Enea

Aus RPG Wiesbaden

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Inhaltsverzeichnis

Charakterbeschreibung

  • Name: Enea
  • Spieler: Ehdoranil
  • Kampagne: Chessenta Reborn (Meister: Arne)
  • Rasse: Human (m)
  • Level: Cleric/Inquisitor (12)
  • Kennzeichen:
    • arrogant, überheblich
    • roter, weiter Umhang
    • schwarze Armbinde mit rotem Drachen in weißem Kreis
  • Zitate:
    • "Die Inquisition basiert auf Vertrauen ^^"

History

Prolog

Es wurde langsam dunkel und der Regen setzte ein. In der Ferne zuckten schon die ersten Blitze. Ein Gewitter war höchst ungewöhnlich für diese Jahreszeit, doch nach der extreme Hitze des Tages freute er sich über die kleine Abkühlung. Er hatte gehört, dass ein Gewitter in den Bergen sehr gefährlich sein konnte, aber solange sie nur rechtzeitig einen Unterschlupf fanden konnte wohl nicht viel passieren. Hätte er nur auf Ulusa gehört. Aber was verstand sie schon von Abenteuer. Pellon und er wussten was sie taten… zumindest hoffte er das. Gegen Mittag hatten sie herausgefunden, dass der Weg von dem sie geglaubt hatten der Rückweg zu sein nur noch tiefer ins Gebirge führte. Das Pökelfleisch und das Brot war bereits alle und das Wasser neigte sich auch dem Ende. Aber wozu bräuchte er schon Wasser? Es regnete ja. Sie würden morgen schon den Heimweg finden. Hauptsache sie fanden ihn bevor ihre Eltern sie suchen würde. Ulusa würde sich köstlich amüsieren, wenn sie recht behielt. Bei Tchazzar, warum begannen es jetzt auf einmal wie aus Kübeln zu schütten? „Enea, beeil dich!“ rief Pellon von oben herunter. „Ja, ja. Ich komm ja schon.“ Die Nässe machte die Steine glitschig und das Klettern fiel ihm immer schwerer. Das leichte warme Bitzeln in seinem rechten Arm weitete sich mehr und mehr zu einem Brennen aus. Sein Atem wurde schwerer und keuchend. Er konnte einfach nicht mehr. Die Anstrengung des Kletterns zeichnete sich langsam ab, dabei waren es maximal 8 auf 10 Fuß Steigung. Wenn nur das Geröll weniger würde und er wieder richtiges Gras unter den Füßen hätte. Weiter oben glaubte er das Ende des Geröllfeldes ausmachen zu können. Unter anderen Umständen hätte er den Ausblick vielleicht genießen können. Hinter ihm viel das Gelände noch weitere 500 Fuß bis zu dem schmalen Sims an der Klippe über dem sie auf der Suche nach dem Pass den Abgrund entlang gelaufen waren ab. Gegenüber der Schlucht lag Ered Fuego, der Berg des Feuers. Man sagte Tchazzar hätte hier einst sein Schwert dem Berg entrissen. Von gewaltigen versteckten Reichtümern, von verlorenen Burgen und lang vergessenen Minen war die Rede. Legenden. Bauerngeschwätz. Und doch musste irgendetwas daran sein. Sie hatten unbedingt etwas finden wollen. Nur irgendetwas was beweißte, dass Tchazzar einst wirklich hier war. Sie wären berühmt gewesen. Aber sie hatten nicht einmal die einsame Brücke über die Schlucht gefunden. Einzige Verbindung zu Ered Fuego, der durch einen Abgrund rundherum vom Rest der Welt abgeschlossen war. Ein Abgrund der nicht aufhörte und bis in die Hölle selbst führen sollte. Ered Azul, der blaue Berg hinter dem Ifilion, ihr Heimatort lag sollte direkt hinter dem Pass liegen… sollte. Enea war sich nicht mehr so sicher. Der Regen lief ihm in die Augen und die Erschöpfung ließ mehr und mehr der Umgebung verschwimmen. Gleich hatten sie es geschafft. Gleich. „Pellon, ich kann n….“ Unter ihm bewegte sich etwas! Neben ihm polterte ein Stein den Abhang hinunter. Sein Herz blieb stehen. Er hatte davon gehört. Geröllfelder können sich lösen, wenn sie zuviel Gewicht tragen. Aber das Gewicht von zwei Jungen im Altern von 11 Jahren? Das konnte wohl kaum zuviel sein. „Pellon,“ begann er und verstummte. Nur weniger Fuß über ihm stand Pellon aufrecht mit rudernden Armen auf zwei Steinen. Von seiner Stirn ließ wie eine einsame Quelle ein dünner Rinnsal Blut die Schläfe hinunter. Wie in Zeitlupe tropfte das Blut auf den nassen Stein unter ihm, wo es wie ein Ei in die Pfanne geworfen zerschellte. Langsam neigte sich Pellons Oberkörper nach hinten als er das Gleichgewicht verlor. In einem verzweifelten Versuch wieder die Kontrolle zu erringen riss er die Zehenspitzen in die Höhen bis er nur noch auf seiner Ferse stand und ruderte wie von Sinnen mit beiden Armen. Ein weiterer Stein rollte mit unaufhörlich zunehmender Geschwindigkeit auf ihn zu. Das Geräusch als der Brocken schließlich auf sein Schienbein traf erinnerte in einem schrecklichen Moment an das einer Axt, die einen Scheit in zwei Stücke spaltet. Der Sturz verursachte einen unglaublichen Lärm als wolle der ganze Berg in sich zusammen stürzen. Oder war das nur der gellende Schrei? Enea hört nichts. In Totenstille und Zeitlupe sag er Pellon Zoll für Zoll, Fuß für Fuß und Elle für Elle dem Abgrund entgegen stürzen. Wie ein Stein überschlug er sich dabei bei jedem Auftreffen. Fetzen der Klamotten, Rucksack und Ausrüstungsgegenstände verteilten sich in tödlicher Präzision über die nassen Steine. Und bei jedem Aufschlag wurde ein weiterer Scheit gespalten bis er endlich über der Klippe verschwand. Enea öffnete seinen Mund um zu schreien. Aber es kam kein Ton heraus. In einem Inferno aus Blitz und Donner verschwand die Umgebung in Dunkelheit.

Die brennende Sonne des Mittags brachte ihn wieder zu Bewusstsein. Seine Kehle brannte, seine Lippen waren aufgerissen und blutig. Er brauchte etwas zu trinken. Pellon hatte das Wasser. Aber wo war Pellon? Langsam holten ihn die Erinnerungen des Vortages wieder ein. Das Gewitter, der Sturz. Es wirkte alles so weit entfernt. Wie betäubt richtete er sich auf und sah sich um. Einige Fuß unter ihm lagen Rucksack, Beutel, Seil und Decke auf den Felsen verstreut herum. Er wand sich ab. Panik ergriff ihn. Er musste schnell von diesem Geröllfeld herunter bevor ein erneuter Steinschlag auch ihn in die Tiefe riss. Der Mittag strich langsam vorbei und die Sonne bewegte sich unaufhörlich gen Westen während er Stunde um Stunde weiter den Berg hinaufstieg. Am frühen Nachmittag endlich lag der Pass vor ihm, doch anstatt Ered Azul lag hinter diesem nur ein Meer an Bergen. Wo war er? Mit Tränen auf den Augen und einer von Durst brennenden Kehle brach er auf die Knie… als plötzlich ein Schatten über ihn hinweg strich. Tatsächlich bewegte sich dort oben am Himmel etwas. Enea stockte der Atem. Es konnte nicht sein. Aber doch. Er traute seinen Augen kaum. Mit majestätischen Schwingen flog über ihm ein gigantischer roter Drache hinweg und auf den Berg vor ihm zu, wo er über einer Lichtung zu kreisen begann. Er rannte los. Die Sonne berührte schon fast die Gebirgskronen als Enea endlich auf die Lichtung stolperte. Von dem roten Drachen fehlte jede Spur. War es Einbildung gewesen? Ein leises Plätschern riss ihn aus seinen Gedanken. Nicht weit vom Waldrand entfernt ging eine kleine Höhle in den Berg hinein und aus ihr floss ein kleiner, weißlich trüber Bach. Aber es war Wasser. Jeder Fuß schien zu einer endlosen Anzahl an Ellen zu werden als Enea auf den Bach zu stolperte. Schließlich am Höhleneingang fiel er zu Boden. Mühsam robbte er sich die letzte Handbreit nach vorn und bettete sein Gesicht in dem kühlen Nass. Das Wasser schmeckte seltsam. Leicht bitter und metallisch. Aber es war Wasser und unglaublich erfrischend. Mit dem Sonnenuntergang schlief er erschöpft ein.

Er wusste nicht genau ob das der quälende Krampf im Bauch oder die plötzliche Helligkeit in der Höhle ihn geweckt hatten. Gähnend rieb er sich den Schlaf aus den Augen, blinzelnd um sie langsam an das Licht zu gewöhnen. Vor ihm stand eine Gestallt. Ein Mann musste es sein, mit einer schimmernden Rüstung und einem großen roten Drachen als Emblem auf der Brust. Tchazzar. Nein. Tchazzar gab es nicht mehr, er war genauso Opfer der Zeit wie das einst große Königreich. „Du hast Mut bewiesen. Aber bist du auch reinen Herzens?“ sprach die Gestallt. Die Stimme war wie die des Meeres, des Himmels und der Berge vereint. Ein gewaltiges Rauschen an Klarheit, Tiefe und Macht. Sie schien von überall herzukommen und doch in seinem Kopf zu entstehen. Eine warme Stimme. Doch vollkommen von Macht und Weisheit. So tief wie der Abgrund von Ered Fuego als könnte man würde man zulange Zuhören in sie hineinstürzen und sich für immer in ihr verlieren. „Du hast länger durchgehalten als so manch einer vor dir. Dies soll nicht umsonst gewesen sein. Ich werde dich retten und zurück zu deiner Familie führen. Aber du wirst hierfür für immer mein Wort verkünden müssen. Du sollst in Ewigkeit Verteidiger und Streiter meines Glaubens sein und Mensch wie Ork, Zwerg wie Gnom zum rechten Weg führen auf dass sie mir dienen, mich anbeten und gleichermaßen fürchten. Vergiss dies nie, denn so wie ich dich rette kann ich dich zu jeder Zeit wieder vernichten. Mir wirst du dein Leben verdanken und ich werde es sein, der deinem Leben seinen Sinn gibt. Denn ich bin Tchazzar.“ Die Dunkelheit hatte ihn zurück.

Mit den ersten Morgenstrahlen wachte er auf. Die Vögel sangen und die sengende Hitze der Sonne der Vortage war einer leichten Wolkendecke gewichen. Was war das heue Nacht gewesen? Ein Traum? Eine Halluzination? Eine Erleuchtung? Egal was es gewesen war, Enea musst zurück nach hause finden. Er musste Hilfe holen für Pellon. Vielleicht war dieser ja gar nicht tot, vielleicht hatte er sich an einem Sims halten können und die Kleriker wären in der Lage ihm zu helfen. Halten für über einen Tag? Er verdrängte diese Gedanken schnell wieder. Was halfen ihm Sorgen um Pellon? Zuerst müsste er zurück finden. Gekräftigt und gestärkt durch Nacht und Trunk stieg er den Berg hinab. Und tatsächlich traf er gegen Mittag auf einen Weg. Enea verfiel in schnellen Laufschritt. Er kannte diesen Weg. War es nicht derselbe gewesen, auf dem sie auch in die Berge gekommen waren? Gegen Nachmittag schließlich hörte er Stimmen. So schnell er konnte rannte ihnen entgegen. Es waren Ulusa, ihr, seiner und Pellons Väter, sowie einige andere Männer des Dorfes. „Enea, da bist du ja. Wo wart ihr? Wo ist Pellon?“ Er wollte antworten, er wollte alles erzählen und erklären, doch seine Stimme verlor sich in Tränen. Erschöpft und Tchazzar dankend viel er zu Boden. Rund um ihn herum beugten sich Freunde und Verwandte in Sorge über ihn. Doch er sah nur einen. Den roten Drachen der weit über ihnen hoch oben im Himmel seine Kreise zog.

Berufung

„Jetzt leg endlich das scheiß Buch hin, schnapp dir den Hammer und hilf mir!“ Missmutig klappte Enea den Wälzer zu. „Ist ja schon gut. Also was soll ich machen? Auf das rote Glühen da schlagen?“ Auf das Nicken seines Vaters Buron hin ließ er den schweren steinernen Hammer auf den Stahl fallen. Mit einem Ausdruck von Resignation schüttelte Buron den Kopf. „Was für eine Wurst habe ich da nur gezeugt. Verdammt, du sollst feste schlagen, nicht streicheln. Streng deine mickrigen kleinen Arme halt man an. Das kommt davon wenn man den ganzen Tag lang nur über Büchern hängt. Kein Wunder, dass die Mädchen dich meiden. Wer will auch so einen Jammerlappen.“ Mit Tränen in den Augen und vor Wut hochrotem Kopf hob Enea den Hammer wieder auf und schlug mit all seiner Kraft auf das Eisen. Ungeduldig riss Buron ihm das Werkzeug aus der Hand und schlug es in einem Meer aus Funken auf den Amboss. „Du bist echt für nichts zu gebrauchen. Geh raus und hilf deiner Mutter beim kehren oder sonst irgendeiner Frauenarbeit.“

Er wusste nicht genau, wann die Probleme mit seine Familie angefangen hatten… waren es jene bedeutsamen Tage in den Bergen vor zwei Jahren gewesen? Er hatte sich Pellons Tod genauso wenig verziehen wie der Rest des Dorfes. Ulusa hatte nie wieder ein Wort mit ihm gewechselt und aus dem einst abenteuerlustigen aufgeweckten Jungen war ein in sich gekehrter, schüchterner Bücherwurm geworden. Jede Nacht im Traum sah er den roten Drachen wieder, wie er majestätisch über ihm seine Kreise drehte. Noch nie im Leben hatte er sich so lebendig gefühlt wie damals am Tag danach. Noch nie im Leben war ihm sein Weg so klar gewesen, hatte die Zukunft so offen vor ihm gelegen. Aber was war jetzt? Seine Familie hielt das alles für Unfug. Tchazzar war Vergangenheit, die Zukunft müsse er selber bestreiten. Ein Glaube sei etwas um das Leben zu inspirieren, nicht um es danach auszurichten. Sie verstanden nicht. Sie wussten nicht, dass es real war. Tchazzar hatte ihn gerettet. Er hatte ihn verschont und ihm ein neues Leben geschenkt. Ein Leben mit einem Sinn und einer Aufgabe. Doch wie sollte er dieser Aufgabe gerecht werden, wenn er nicht einmal seine Eltern davon überzeugen konnte? Ja, wenn sogar an ihm in den letzten Monaten Zweifel nagten? Und doch erschien der Drache erneut jede Nacht.

to be continued...

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